Karriere!?.

Ich mag meinen Job. Ich mag die Verantwortung, ich mag es eigenverantwortlich zu arbeiten.
Manchmal mag ich meinen Job nicht. Nämlich dann, wenn wir die Reporte für’s Management machen müssen, weil ich es einfach als unnütze Arbeit empfinde ;-D Aber gut…auch das macht man. Nicht gerne, aber nun gut, das ist dann halt der Teil der Arbeit, den ich doof finde.

Ich habe BWL “nebenbei studiert” und ich habe mir oft anhören müssen, dass ich wohl Karrierefrau als Familienfrau sei, als ich mit 26 keine Anstalten machte zu heiraten oder Kinder zu kriegen.
Oft kam ich abends um 20h aus dem Büro nach Hause, weil ich eben dort einfach die Zeit vergessen hatte. Zwischendurch hatte ich 2-3 Jahre einen Job, der mir keinen Spaß brachte, aber seit 2007 ist das wieder anders. Ich liebe meinen Job, sagte ich ja schon.

Aktuell ist wieder so eine Phase, in der ich nicht so recht weiß, wie ich fertig werden soll, im Büro und so habe ich in den letzten paar Wochen kein Privatleben mehr. Cachen war ich zuletzt am 9. Juni. Direkt nach Feierabend ging’s zum Stammtisch und von dort aus zum Nachtcache. Ansonsten frage ich mich grade, wann ich in der Woche mal privates Vergnügen hatte. Denn es sieht momentan eher so aus: ich gehe meine 10,75 Stunden arbeiten (länger darf man ja nicht), fahre nach Hause, bin dann also nach 12,5 Stunden wieder daheim und koche, esse und lande so gegen 21.30h auf der Couch im Feierabend. Spaß macht das nicht und ich bin aktuell wirklich urlaubsreif und der Gedanke an die To Do Liste im Büro macht mir aktuell echt Kopfzerbrechen, denn mir bleiben nur noch knappe 27 Stunden reine Arbeitszeit, um alles fertig zu bekommen. Aber es ist halt auch zeitlich begrenzt, irgendwann wird das im Büro auch ganz sicher wieder weniger. Ist bis jetzt immer so gewesen.

Was ich aber wirklich gemerkt habe ist: Nein, ich bin keine Karrierefrau. Mir würde es dauerhaft keinen Spaß machen, wenn ich außer Arbeit kein Privatleben mehr hätte. Oder nur am Wochenende. Was hat man denn dann noch vom Leben? Ne. Also so wie es im Moment ist, würde mir das Leben auf lange Sicht keinen Spaß machen.

Zeiten ändern sich.

Früher war ich oft in der Kirche. Gerne. Freiwillig.
Ich war Messdiener. Gerne. Freiwillig.

Irgendwann ging ich nicht mehr zur Kirche. Trotzdem hatte ich immer mal wieder das Gefühl, dass der Ort Kirche mir irgendwie Zuflucht bietet. Und in Zeiten, in denen es mir nicht so gut ging und/oder ich viel grübelte, zog es mich doch immer irgendwie zur Kirche. Keine Ahnung, ich kann das nicht erklären, es war einfach so.

In meinem Leben war ich überdurchschnittlich häufig auf Beerdigungen und so verbinde ich Kirche mittlerweile auch sehr mit Beerdigung/Trauerfeier.

Heute war das Sechswochen-Amt von Oma und ich war das erste Mal seit Ewigkeiten wieder in der Kirche mit der ich groß wurde (Oma’s Trauerfeier fand in einer anderen Gemeinde statt)  Und ich mag diese Kirche.  Und ich mag den Pastor dort, bzw den Pastor a. D, der aber immer mal wieder einspringt. Er hat schon die Messe für meine Patentante gemacht, die Messe für Oma sowieso und auch heute die Messe machte er. Gott sei Dank. Er hätte auch gut Comedian werden können oder Büttenredner oder so.
Naja, aber ich schweife ab.
Heute hab ich aber festgestellt, dass mir die Magie der Kirche (nämlich die Zuflucht) abhanden gekommen ist. Ich konnte kein bisschen zuhören. Meine Gedanken schweiften. Fast unaufhörlich. Ich fühlte mich dort nicht wohl. Komisch. Das hatte ich anders erwartet, irgendwie.

Abendritual

(sorry für die Artikelflut *hihi)

Seit einiger Zeit schlafe ich (mal wieder) schlecht. Ich schlafe schnell ein, aber ich schlafe nicht durch. Das ist dauerhaft dann doch etwas anstrengend. Ich quäle mich durch den Tag und wenn ich abends aus dem Büro nach Hause komme, habe ich den toten Punkt so überwunden, dass ich hellwach bin, so dass ich nicht früher in’s Bett gehen kann und somit auch keinen Schlaf “nachholen” kann.

Ich kenne so Phasen, ich habe sie immer mal wieder. Ich erinnere mich, dass ich vor 6 Jahren eine Art Abendritual eingeführt habe: ich hab mir eine bestimmte Tasse Tee aufgebrüht und bin mit ihr in’s Bett, habe sie dort getrunken, dabei noch gelesen und habe dann geschlafen.  Ich dachte mir damals “Was für Babys gut ist, kann ja für mich nicht schlecht sein.” Eingestellt habe ich das ganze, als ich immer mutiger wurde und die Teetasse auf der Matratze statt auf dem Nachttisch abgestellt habe.. Ein Sprung des Katers und der Tee ergoss sich auf meinem Bett.
Seit ein paar Wochen denke ich darüber nach, ob ich eben so ein Ritual wieder einführe. Ich glaub, Herr Ungeduld bekommt die Krise, wenn ich mit der Teetasse in’s Bett wackel, aber wenn es mich glücklich macht, nimmt er es sicher auch hin :-D

Am Samstag in der Therme las ich ein Klatsch&Tratschblatt, das ich sonst nur beim Frisör in die Flossen bekomme und fand einen Artikel über Schlaflosigkeit, in dem stand, man soll auch als Erwachsener ruhig ein Abendritual einführen.

Ich glaub, ich werd das mal wieder probieren. Denn auf Dauer sind 5-6 Stunden unterbrochener Schlaf in der Woche nicht so das Wahre. Wenn ich die 6 Stunden durchschlafen würde, wäre ja alles ok. 6 Stunden Schlaf sind ok, aber bitte durchschlafen.
Mal sehen, wie das funktioniert. Ich gehe morgen mal Tee kaufen ;-)