Die Ruhe hier ist dem Umstand geschuldet, dass wir nächstes Wochenende umziehen.
Erst war es ruhig hier, weil es mir nicht gut ging, worüber ich aber weder schreiben wollte noch will, dann suchten wir eine neue Wohnung für uns, dann fanden wir sie und nun waren wir seit dem 3. Dezember mit Renovieren beschäftigt. Natürlich beide nebenbei, Urlaub haben wir nicht mehr (gut, ich hab noch ne Woche Urlaub, aber ich konnte ihn jetzt einfach nicht nehmen).
Das schlaucht ganz schön und vor allem gestern und heute merke ich diese Müdigkeit fatal. Aktuell stehe ich 90 Minuten früher auf, immer noch nicht sehr früh, aber halt früher als sonst – ich bin Gleitzeit-ohne-Kernarbeitszeit-verwöhnt. Um 7h mache ich mich auf in’s Büro, bleibe dort bis 15.30h und fahre dann mit dem Bus in die neue Bleibe. Dort werkeln wir dann meist so bis 22h, dann ging es heim unter die Dusche und in’s Bett. Fertig. Heute musste ich bis 17h arbeiten, darum war ich nicht mehr in der Wohnung, sondern nur im Baumarkt ;-D In der Wohnung ist jetzt auch fast alles fertig, ich muss nur noch mal wischen, bevor wir am Samstag umziehen werden.
Diese Wohnung war sofort mein Favorit, als ich die Anzeige entdeckte. Ich kenne die Gegend sehr gut und sie gefiel mir. Trotzdem hatten wir erst einer anderen Wohnung die Zusage erteilt – haben dann aber aus verschiedenen Gründen einen Rückzieher gemacht und so standen wir Anfang November noch ohne neue Unterkunft da ;-)
Nachdem ich die erste Besichtigung allein gemacht hab, war für mich klar, dass ich Herrn Ungeduld auf jeden Fall überzeugen muss, dass wir dort richtig aufgehoben sind. Musste ich aber gar nicht, als wir uns die Wohnung gemeinsam ansahen, war die Sache schon geritzt.
Es geht zurück dahin, wo ich vor 12 Jahren hergekommen bin. Ich wohne wieder da, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe und das ist a) ein sehr merkwürdiges Gefühl, weil ich grade mit der Ecke, wo ich jetzt wohne, sooo viele Erinnerungen verbinde aber b) es ist ein wunderschönes merkwürdiges Gefühl. Ich bin wieder zu Hause.
Ob für die Ewigkeit, weiß ich nicht. Ich kann mich noch nicht festlegen, wo ich alt werden möchte, aber für die mittelfristige Zukunft ist es genau richtig. Die erste Hunde-Abendrunde hab ich sehr genossen und schwelgte in Gedanken und Erinnerungen. Ich freue mich, dass wir am Samstag hier die Türen schließen (wobei ich mir auch sicher bin, dass das sehr komisch wird, denn 12 Jahre – davon 6 hier in der Wohnung sind nun mal 12 Jahre und ich habe ja nicht umsonst so lange hier ausgehalten).
Ich werde mich daran gewöhnen müssen, dass ich nicht aus der Haustür in die Innenstadt falle. Mein Verkehrsmittel der Wahl wird dann jetzt der Schnellbus, nicht mehr der Zug.
Schauen wir mal. Im Bus kann ich weder lesen,noch mit dem Nintendo spielen, also hab ich audible für mich entdeckt und nun höre ich Hörbücher. Auch gut.
Seit vorgestern ist die Wohnung in meinem Kopf auch als Zuhause angekommen, es war eine stressige Zeit und ich bin froh, dass sie dann spätestens Heilig Abend vorbei ist, aber ich bin froh, dass es so ist wie es ist.
Ich bin auf die ersten Tage/Wochen in der neuen alten Heimat sehr gespannt, meine Schwester zieht auch bald hinterher und wird dann wieder nur ein paar hundert Meter von mir entfernt wohnen, mein Bruder ist 1.000m entfernt und meine Eltern ebenfalls nur ein paar hundert Meter und das ist auch gut so. Ich glaube, Mama freut sich auch schon ganz tierisch, sind wir dann doch die einzigen noch lebenden Verwandten (enge Verwandte), die dann in ihrer Nähe sind, denn für meinen Onkel fängt ein neues Leben an (bäh, schon bei dem Gedanken daran heule ich wieder)