Im September riss der Kontakt zu einer Freundin ab, die mich viele Jahre begleitet hat, viele davon auch sehr intensiv und das, obwohl immer 500km zwischen uns lagen (nun sind es mehr). Ich war so oft wie möglich oben im Norden, ich sah ihr Erstgeborenes aufwachsen und ich wurde Patentante. Etwas, worüber ich mich sehr gefreut habe, sehr sehr.
An einem Septembermorgen bekam ich eine SMS, auf die ich antwortete und dann hörte ich nichts mehr. Lange Zeit nicht. Nun gut, ich habe mich auch nicht gemeldet und in der Zeit, in der wir nix hörten, machte ich mir so meine Gedanken und mir fielen so nach und nach ein paar Dinge ein, über die ich vor zwei Jahren irgendwie schon angesickt war (und nein, ich habe sie nie angesprochen. Ich glaub, das war doof) und auch einer anderen Freundin gegenüber hat sie sich nicht richtig verhalten. Ich hakte das Thema nach und nach ab. Was wiederum auch total blöd war, weil dadurch ja auch der Kontakt zu meinem Patenkind dahin war und die kann ja nun mal am wenigstens dafür. Da sie aber mittlerweile auch in die Schule geht und damit lesen und schreiben kann, hab ich gedacht: Ok, machste das halt so.
Es ist halt immer riskant, wenn man Freundinnen zu Patentanten macht, weiß man, ob die Freundschaft auch wirklich überdauert? Dessen war ich mir bewusst, als ich “Ja” gesagt habe. Wir hatten immer mal Schweigephasen und einer von uns tauchte dann immer wieder aus der Versenkung auf. Das letzte Mal war sie es. Das ist aber auch schon…7 Jahre her. Da saß ich eines schönen Abends im Biergarten und es trudelte eine SMS ein.
Zu meinem Geburtstag habe ich dann auch nichts gehört und so dachte ich mir “Ok, das war’s”. So reifte dann halt Plan B: Kontakt zum Patenkind aufrecht halten. Nun wollte ich ein Paket auf die Reise schicken, fand das dann aber auch irgendwie blöd, denn – das war ja auf jeden Fall ein klares Statement, irgendwie.
Zu ihrem Geburtstag habe ich eine SMS geschickt – und bekam keine Reaktion. Damit war die Sache für mich dann irgendwie klar.
Und während ich auf der Altweiber-Damensitzung saß und meine Freundin zu mir meinte “Manche Leute hakt man schneller ab als andere” (oder so etwas in der Art, den genauen Wortlaut weiß ich nicht mehr), wurde mir klar, dass das hier eben auch zutrifft. Es war nicht alles eitel Sonnenschein und wir sind schon lange keine “besten Freunde” mehr. Aber gute Freundinnen und sie war mir halt auch oft ein Halt in meiner Single-Zeit, sowas schweißt ja auch zusammen.
Als ich mich am Freitagmorgen aufmachte, mich mit einer Freundin und ihrem Sohn zu treffen, beschloss ich, dass ich jetzt noch eine SMS schicke und Kontakt suche und wenn das nichts bringt, dann muss halt doch Plan B her. Ich schickte die SMS ab und hatte innerhalb von 30 Sekunden eine Antwort. Sie hätte gedacht, das wäre es gewesen mit uns,w eil ich mich auch nicht mehr gemeldet hätte und wäre zu feige gewesen, sich nochmal zu melden, hätte aber immer mal wieder mit sich gehadert. Zuletzt noch an dem Morgen, als ich ihr schrieb, als sie sah, dass ich online war (Social Network sei Dank *g).
Nun könnte ich darüber erbost sein, dass sie mich abhakt, ohne nochmal was zu versuchen. Ich kann das aber auch einfach sein lassen und mich darüber freuen, dass wir nun wieder Kontakt haben und genau das tue ich. Ich habe nicht Kontakt aufgenommen, um jetzt darüber zu diskutieren, wer Schuld hat, wer sich wo doof verhalten hat und wieso. Strich drunter und fertig. Und weiter.
Mein Patenkind tanzt mittlerweile auch Karneval. Showtanz. <3 Da ging mir ja schon ein bisschen das Herz auf. Merke ich doch immer wieder, dass mir das fehlt. Also das Tanzen. Und der Karneval. Und ich finde es ganz toll, dass die beiden meiner Freundin in die Fußstapfen ihrer Mama treten/getreten sind. Und die Mama tanzt auch wieder Showtanz. DA bin ich jetzt ein wenig neidisch, gönne es ihr aber von ganzem Herzen.
Ich bin also über meinen Schatten gesprungen und es war gut so. Ja.
