Die Gedanken sind frei

in der letzten Zeit habe ich mir ganz ganz viele Gedanken gemacht. Nun ist Denken ja nicht vom Grunde her verkehrt, führt aber bei mir manchmal dazu, dass ich mich total unter Druck setze, zwanghaft werde oder verkrampft.

Es gab nicht nur ein Thema, es gab eine ganze Menge Themen.
Da war  zum einen hier das Blog. Meine Selbstdarstellung hier. Lange wurde ich, in meinen Augen, sehr oberflächlich. Und gestern Abend,als ich in der Wanne saß, dachte ich mir: WIESO??? Die meisten Menschen, die hier lesen, kennen mich ohnehin nicht. Was können die also mit meinen Gedanken anfangen? Nix – außer Interesse daran zeigen und es kann mir im Grunde auch total egal sein, was sie über mich denken – sollte mir auch im richtigen Leben, davon mal ganz abgesehen. Ist man nur auf der Welt, um mit einem Menschen sein Denken, seine Gefühle zu teilen? Ne, find ich nicht.  Wenn die Menschen, die ich ohnehin kaum kenne, über mich denken: Boahr, ist die doof. Und ist die offenherzig. Na und? Wer sagt denn, dass das verkehrt ist? Und die, die mich doof finden, anhand meiner Artikel hier: Lest weg! :wink:

Mich zensieren, weil Leute lesen könnten, die nicht mehr zu meinem Freundeskreis gehören… Egal. So geh ich wenigstens nicht ganz verloren :wink:

Und meine realen Freunde, die hier mitlesen, sind a) eh nicht so viele. Viele mehr kennen die url, aber die meisten lesen hier einfach nicht, und b) kennen die diese Gedanken ohnehin oder würden sie irgendwann kennenlernen.
Ich habe in den letzten 5 Jahren gelernt, dass es mir nicht weiterhilft, wenn ich meine Gedanken nur für mich behalte – nie wieder möchte ich an dem Punkt ankommen, an dem ich vor 5 Jahren war. So viel steht mal fest. Und auch, wenn sich das viele nicht vorstellen können, war es zum Teil die Bloggergemeinschaft, die mich vor dem ganz tiefen Fall gerettet hat. Denn mit meinen Freundne hab ich nicht allzuviel geredet – immer schön alles alleine regeln und niemanden mit den Gedanken belasten. Ne, nicht mehr mit mir.
Ab sofort müll ich euch auch wieder mit meinen Gedanken zu. So!

Es gab noch zwei Sachen, bei denen ich mich total unter Druck gesetzt habe, eigentlich drei. Bei zweien davon hab ich vor zwei Wochen nen Weg gefunden, mich davon zu distanzieren und darüber bin ich total froh, ich fühlte mich gleich sehr viel besser. Klar, manchmal schweifen meine Gedanken noch ab. Meine Nageltante meinte dazu neulich: “Weißt du, ich glaub, das ist auch ein bisschen der Neid, dass du jetzt so denkst” Ja, sie hat Recht. Ich bin manchmal “neidisch” und finde vieles ungerecht. Das Wort Neid jetzt bitte nicht total negativ auffassen. Es ist nicht so, dass ich meinen Mitmenschen nichts gönne, um Gottes Willen.

In einer Sache hat mir dieser Druck, den Frau Margritli in einer Mail treffend als Perfektionismus betitelt hat, die ganze Freude vollkommen die Freude verdorben! So sehr, dass meine Kamera seit Monaten so gut wie unbenutzt auf dem Schrank steht. Nur mal für Schnappschüsse benutzt, wenn sie grad zur Hand war. Ich weiß nicht, wieso ich den Anspruch an mich gestellt habe, perfekte Fotos machen zu wollen, die allen gefallen – die in Augen eines Fotografens (oder auch Hobbyknippsern) künstlerisch und TECHNISCH perfekt  sind. Bullshit. Und wenn ich ehrlich bin, gefallen mir ja auch nur ganz wenige Fotos von Leuten, die sich OFFENSICHTLICH damit auskennen. Ich liebe die Fotos meiner Fotografen-Freundin, ganz klar – ich mag einfach ihren Blick für Fotos. Sie hat ihren richtigen Beruf gefunden, in meinen Augen. Wenn ich durch die Blogs streune, finde ich oft Fotos, die mir gefallen. Das sind meistens Leute wie du und ich. Keine Leute, die damit Geld verdienen. Leute, denen es einfach im Vordergrund steht, dass die eigenen Fotos dem Macher an sich gefallen.
Worum gings bei mir? Darum, in der Natur zu sein und schöne Momente festzuhalten. Scheiß drauf, ob’s da ein Rauschen gibt, das ich ohnehin nie sehe, scheiß drauf, ob da oben am Bildrand nur ne halbe Sonne ist oder der Fluss aus dem Bild herausläuft.  Es sind MEINE Momente. Momente, die so aus der Kamera kommen – ohne den Umweg Bildbearbeitung. Schade, dass ich den Spaß daran verloren habe, wegen sowas :sad:
Aber ich bin ja dieses Jahr noch mit der Fotografenfreundin in Dresden, da kommt die Freude bestimmt wieder.
Frau Margritli, ich danke dir sehr für deine Worte in der email! Sie haben mir geholfen! :kiss:

Leise rieselt der Schnee…

…und leise bin ich hier derzeit auch.

Ich lese fleißig bei jedem von euch mit, ich habe nur einfach nichts zu sagen. Hier und woanders auch nicht. Momentan weiß ich nicht, wohin mich dieses Blog führen wird. Es lesen bewusst und unbewusst Leute aus dem realen Leben mit – zum einen bin ich darüber sehr froh, denn so kam es vor 1,5 Jahren zu einem Gespräch, das ich heute nicht mehr missen möchte! Zum anderen macht’s die Sache aber auch schwer. Da sind die Leute, die einen mal ein Stück begleitet haben im Leben und das jetzt nicht mehr tun. Aber hier immer noch die Möglichkeit haben, up to date zu bleiben. Und bin ich in einem Fall wirklich froh darüber, dass die Neugier gesiegt hat und wir so wieder Kontakt haben, so möchte ich es in anderen Fällen nicht.

Und dann sind da noch die Gedanken, die man für sich selber hat und bestimmt auch mit anonymen teilen kann und möchte – die aber nicht für Freunde, egal wie gut sie sind (also die Freunde) gedacht sind. Klar, ich könnte PW geschützte Einträge machen, aber Freunden ein PW vorenthalten, das der Rest aber bekommt? Find ich irgendwie auch blöd.

So mache ich mir meine Gedanken… Mein allererstes Blog bei Twoday war einfach als Gedankenkiste gedacht, weil ich eine richtig beschissene Zeit hatte und in meinem Kopf so viele Sachen waren, die ich nicht mit realen Menschen teilen wollte. Schnell habe ich Zuflucht in Bloggerhausen gefunden und darüber bin ich auch immer noch froh. Ich habe ein Tagebuch gesucht, das ich nicht handschriftlich machen muss, denn das hätte den Zeitrahmen einfach gesprengt. Ich erinner mich noch zu gut an das Jahr 2000. Da steckte ich in einer tiefen Beziehungskrise und auch, wenn ich Freunde hatte, die mich verdammt gut aufgefangen habe, in manchen Situationen, wenn man einfach allein war oder so was, da hab ich angefangen in Word ein Tagebuch zu führen. Das war super. Das hab ich auch gemacht, als ein paar Jahre später auf der Kippe stand, ob ich noch eine Beziehung habe oder nicht. Eine Woche des Wartens (erstmal nur eine Woche) habe ich mit dem Laptop im Bett verbracht und tippte mir die Seele aus dem Leib.

Als vor 2 Jahren wieder ein Problemchen anstand, über das ich nur mit 1 Freundin gesprochen habe (und ich bin heut noch dankbar dafür, dass du da warst! ich fand das so süß, eines Abends kam ne SMS: Essen ist in 10 Minuten fertig! Danke für die Unterstützung in dieser Zeit! Ich weiß nicht, ob du das liest, aber du hast mal gesagt, du würdest weiterlesen, wenn wir keinen Kontakt mehr haben :wink: ) , in den Stunden, wo grad mal keiner da war und vor allem nicht Herr Ungeduld, da habe ich an meinem Laptop gesessen und in Word getippselt. Weil ich alle meine Gedanken zu diesem Thema sammeln wollte. Gedanken, die auch Herrn Ungeduld angingen. ich wollte,dass ich sie beisammen habe, wenn wir reden.

Vielleicht ist aber auch dieses Word-Ding genau das richtige für mich. Handschriftlich ist in manchen Zeiten schwer, meine Hand tut soo schnell weh :wink:

Nun ist das doch noch n Roman geworden und da ich grad im Schreibfluss bin und am alten Laptop sitze, werde ich jetzt noch schnell ein paar Harry-Fotos hochladen und euch präsentieren!

Urlaub…

…oder keinen Urlaub mehr, dieses Jahr…

Das ist grad die Frage, die ich mir stelle.

Mir fehlt der Urlaub dieses Jahr ganz extrem (ich weiß, wir waren über meinen Geburtstag weg). Monsieur Ungeduld hätte nix dagegen, wenn wir dieses Jahr noch n paar Tage wegführen.

Nu bin ich zwiegespalten.