Früher, also ganz früher, konnte ich ja nie verstehen, wie Fans am Spielfeldrand rumtoben und sich aufregen können. Ist doch nur ein Spiel.
Tjoar, 10 Jahre Rollhockey später, weiß ich, wie das funktioniert. Ich erinnere mich, wie niedergeschlagen ich oft war, wenn wir mal verloren hatten, wie schrecklich ein verlorenes Play-Off war, wie verdammt traurig es war, wieder nur Vizemeister geworden zu sein…
Und ich weiß auch, wieso ich niemals nie n Sport machen sollte, bei dem 2 Schiedsrichter richten oder bei dem man einen Schläger in der Hand hat, denn ich bin mir ziemlich sicher, dass meine aktive Spielkarriere ziemlich schnell in einem gesperrt auf Lebenszeit geendet wäre.
Ich finde es ganz schrecklich, wenn durch Schiedsrichter oder unfaires Spiel ein Spiel kaputt gepfiffen wird oder halt eben kaputtgespielt. Ich rege mich auf, wenn “unsere” Jungs über die Strenge schlagen, ich kriege die Krise, wenn die Gegner als Dampfwalzen agieren.
Ich weiß, dass man als Fan oft das Gefühl hat, dass der Schiedsrichter gegen eine Mannschaft pfeift. Ich weiß aber auch, dass ich das ganz gut differenzieren kann.
Heute…heute war wieder so ein Spiel, wo ich zu Herrn Ungeduld sagte (weil ich die Schiedsrichter ja mittlerweile durch die Bank “kenne”): Pass mal auf, wir führen jetzt mit 3 Toren Vorsprung (was beim Rollhockey nicht viel ist) und gleich nimmt das Spiel durch die Schiedsrichter eine andere Richtung.
Tjoar…und genau das passierte mal wieder. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie viele blaue Karten gegen uns verteilt wurden, wie viele Teamfouls gezählt wurden, wie viele Penaltys die anderen bekamen, es reichte aber auf jeden Fall, um es vor der Pause nochmal eng werden zu lassen.
Und nein, das lag nicht daran, dass die Darmstädter besonders gut gewesen wären (ganz im Gegenteil, ohne die Schiedsrichter hätten die ganz schön alt ausgesehen), oder die Walsumer besonders schlecht… Ich sag mal so: es war schon ganz gut, dass ich keine Tomaten oder Wassermelonen zur Verfügung hatte! (Naja und natürlich bin ich gut erzogen, ich würde damit nicht werfen, aber ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich große Lust dazu hatte)
Nach der Halbzeit hatten die Schiedsrichter dann wohl vergessen, dass n Seitenwechsel stattgefunden hat und man pfiff irrtümlich mal für die Walsumer :grin:
Herr Ungeduld und ich wetteten, dass die Darmstädter es noch auf 4 oder 5 Penaltys schaffen würden. Taten sie auch. Durch meinen Nebenmann, der wohl fleißig mitzählte, wusste ich, dass gg Walsum wohl so 10 oder 11 Penaltys gepfiffen wurden. Gott sei Dank stellten sich die Darmstädter dann doch was dämlich an…
Aber trotzdem, die flogen munter durch den Strafraum, so dass ich denen am liebsten mal vorgeschlagen hätte, n bissl Rollkunstlauf zu lernen, damit sie sich auf den Beinen halten können. Und wehe, der Schiri pfiff dann nicht, dann guckten die lieben Leute ganz schön irritiert. Man konnte vorhersagen, welcher Spieler als nächster fallen würde oder so tun würde, als sei er schrecklich gefoult worden. Aber das ist bei den Schiedsrichtern überhaupt nicht nötig. Da reicht es, wenn man kein rot-weißes Trikot an hat.
Nichts desto trotz haben wir gewonnen, aber es wurde zum Ende hin nochmal richtig eng, gottlob war der Gegner so dämlich.
“Ohne Schiris habt ihr keine Chance…” :party:
Was ich mich wirklich frage: beglückwunscht man sich in der Halbzeitpause in der Kabine dann, wenn man weiß, dass man dank der Schiedsrichter noch ne Chance hat? Sagt man sich “Egal, wie trottelig wir spielen, die Schiris werden das schon richten!”?? Nun ja, diese Frage wird mir wohl nie beantwortet werden, aber bei nächster Gelegenheit werde ich wohl mal nen ehemaligen Walsumer Spieler fragen, wobei ich glaube, dass der das nicht wissen wird, denn schließlich hat er mal rot-weiß getragen.
(wobei…lohnt sich das? Wahrscheinlich eher nicht. Ist aber mit dem wenigsten Aufwand behaftet)